Annakirche Düren

Annakirche in Düren

Die Geschichte der Annakirche geht zurück auf eine Kapelle, die im Jahr 748 erstmals erwähnt und dem Frankenpatron St. Martinus geweihten wurde. Aus dieser Kapelle entstanden die Vorgängerbauten der heutigen Kirche, die bis 1506 dem heiligen Martin geweiht war.

 

Am Abend des 29. November 1500 entwendete der aus Kornelimünster stammende Steinmetz Leonhard aus der Stiftskirche St. Stephan zu Mainz eine Kopf-Reliquie der heiligen Anna. Der Abt von Kornelimünster brachte das Annahaupt nach Düren zu den Franziskanermönchen, um die Rückgabe nach Mainz zu ermöglichen. Allerdings wurde die Reliquie im Namen des Herzogs von Jülich beschlagnahmt. Es entstand ein langer Rechtsstreit, der im März 1506 durch eine päpstliche Bulle von Papst Julius II. zugunsten Dürens entschieden wurde. Daraufhin wurde die Martinskirche in Annakirche umbenannt.

Annakirche in Düren

Die Reliquie besteht aus einem etwa handtellergroßen Stück einer Schädelplatte, das in eine Büste eingearbeitet wurde und in einem Schrein in der Annakirche aufbewahrt wird. Im Jahr 1550 wurde das erste Glockenspiel in das Kirchengebäude eingebaut. Noch heute erklingt stündlich ein Glockenspiel über den Dächern von Düren. Im Zweiten Weltkrieg wurde die gotische Annakirche beim Luftangriff am 16. November 1944 völlig zerstört. Der Wiederaufbau nach Plänen von Rudolph Schwarz erfolgte in den Jahren 1954 bis 1956 an gleicher Stelle. In den modernen Kirchenbau wurden einige Teile bzw. Trümmer der alten Kirche integriert.


Bereits um 1510 gab es jährliche Wallfahrten zum Annahaupt, damals kamen 20.000 Pilger nach Düren. Heute lädt die St. Anna-Gemeinde zu einem Winter-Annafest sowie zu einer Wallfahrts- und Glaubenswoche im Sommer ein. Sie ist verbunden mit der Anna-Kirmes, eines der größten Volksfeste im Rheinland.