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Der Hexenturm

Der Hexenturm

Der Hexenturm ist das einzige erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Stadtbefestigung und das Wahrzeichen der Stadt Jülich. Sein Mauerwerk besteht aus Bruchsteinen und hat eine Stärke von bis zu 2,30 Metern. Ursprünglich besaßen die beiden Türme Wehrplattformen, die man erst im 17. Jahrhundert durch Zwiebeldächer ersetzte. Die ursprüngliche Nutzung als Wehranlage zeigt sich in den 17 Schießscharten zur Armbrustverteidigung, in den vier Verteidigungsebenen sowie in der Führung für das Fallgitter in der Tordurchfahrt. Nach der fast vollständigen Zerstörung der Stadt fanden 1949 bis 1952 erste Sicherungsmaßnahmen statt, 1961 bis 1964 folgte eine weitere Restaurierungsphase, um den Hexenturm in historischer Gestalt wieder herzurichten.


Erbaut wurde der Hexenturm Anfang des 14. Jahrhunderts, in der Folge war er unter dem Namen "Porta Rurae" bzw. Rurtor bekannt. Im 18. Jahrhundert setzte sich dann der Name Hexenturm durch. Zu dieser Zeit wurde das Gebäude als Gefängnis des Haupt- und Kriminalgerichts des Herzogtums Jülich genutzt. Die Bezeichnung "Hexenturm" ist insofern irreführend, als aus Jülich nur wenige Einzelverfahren gegen Hexen überliefert sind. Schon 1563 bekämpfte der herzogliche Leibarzt Johannes Weyer den in Europa weit verbreiteten Hexenwahn.